Als Fachanwältin für Erbrecht gibt Ihnen Frau Dr. Dörr hier wichtige Tipps für den Erbfall: RECHTSTIPP WAS TUN IM ERBFALL? Verstirbt jemand müssen neben der Trauer auch verschiedene Rechtsfragen geklärt werden. Wer erbt überhaupt? Gibt    es    kein    Testament    oder    Erbvertrag,    gilt    die    gesetzliche    Erbfolge.    Nähere    Verwandte schließen   dabei   entferntere   Verwandte   von   der   Erbfolge   aus.   Dabei   erben   also   Kinder   vor Enkeln,   und   die   vor   Eltern   und   Geschwistern   und   diese   erben   wiederum   vor   den   Großeltern und Tanten bzw. Onkeln. Was   viele   nicht   wissen:   mit   den   Schwiegereltern   oder   mit   Schwägerin   und   Schwager   ist   man nicht      verwandt,      ebensowenig      mit      dem      Ehegatten.      Für      letzteren      gilt      aber      das Ehegattenerbrecht.   Der   überlebende   Ehegatte   erbt   grundsätzlich   neben   Kindern   ¼   und   beim Regelfall    der    ehelichen    Zugewinngemeinschaft    sogar    ½.    Der    geschiedene    Ehegatte    erbt dagegen nichts. Ist    ein    Testament    vorhanden,    so    muss    dies    unbedingt    beim    Nachlassgericht    abgegeben werden, andernfalls macht man sich strafbar. Was muss ich tun, wenn ich als Erbe in Betracht komme? Ehegatte    und    Verwandte    müssen    nachweisen,    dass    sie    gesetzliche    Erben    geworden    sind durch   Vorlage   von   Geburtsurkunde,   Heiratsurkunde,   Stammbuch   etc.   Zuständig   ist   dabei   das Nachlassgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen. Bei Testamenten erhalten Erben grundsätzlich vom Nachlassgericht eine Kopie hiervon. Ein   Erbschein   ist   der   Nachweis,   wer   Erbe   geworden   ist,   quasi   ein   Personalausweis   des   Erben. Er   wird   auf   Antrag   kostenpflichtig   beim   Nachlassgericht   erteilt.   Wer   als   Erbe   im   Erbschein steht,    kann    über    den    Nachlass    verfügen,    beispielsweise    bei    Immobilien    das    Grundbuch umschreiben   lassen   oder   Bankgeschäfte   tätigen.   In   bestimmten   Fällen   ist   ein   Erbschein   nicht notwendig,   z. B.   wenn   ein   notarielles   Testament   vorliegt.   Gibt   es   mehrere   Erben   bilden   diese übrigens     eine     Erbengemeinschaft     und     können     nur     zusammen     über     den     Nachlass entscheiden.     Sind     sich     die     Erben     nicht     einig,     kann     das     Erbe     nur     zwangsweise auseinandergesetzt werden. Was ist zu tun, wenn ich enterbt bin? Wenn    ich    enterbt    bin,    kann    ich    unter    Umständen    Pflichtteilsanprüche    geltend    machen. Pflichtteilsberechtigt   sind   aber   nur   der   Ehegatte   bzw.   eingetragene   Lebenspartner   und   die Abkömmlinge   des   Erblassers.   Nur   wenn   keine   Abkömmlinge   vorhanden   sind,   haben   auch   die Eltern   des   Erblassers   Pflichtteilsansrüche,   nicht   aber   die   Geschwister   usw.   Der   Pflichtteil   ist übrigens ein Anspruch auf Geld und zwar auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Aus was besteht das Erbe? Der   Erbe   bekommt   immer   den   gesamten   Nachlass,   d.   h.   das   ganze   Vermögen,   aber   auch   alle Schulden.   Man   sollte   dabei   wissen,   dass   man   auch   mit   seinem   eigenen   Privatvermögen   für die Nachlassschulden haftet. Was ist zu tun, wenn der Nachlass überschuldet ist? Wenn    die    Möglichkeit    besteht,    dass    die    Schulden    des    Verstorbenen    dessen    Vermögen übersteigen,    sollte    man    eine    Ausschlagung    der    Erbschaft    in    Betracht    ziehen.    Für    die Ausschlagung   gilt   eine   6-wöchige   Frist,   wobei   sie   in   der   Regel   ab   dem   Zeitpunkt   beginnt,   in dem   man   weiß,   dass   man   Erbe   geworden   ist.   Nach   der   Ausschlagung   rückt   automatisch   der nächste   Erbe   laut   Testament   oder   gesetzlicher   Erbfolge   nach.   Auch   dieser   hat   dann   wiederum die   Möglichkeit   die   Erbschaft   auszuschlagen.   Lässt   man   die   Frist   verstreichen   ist   man   ohne weiteres   Zutun   Erbe.   Sowohl   die   Annahme   der   Erbschaft   als   auch   die   Ausschlagung   sind anfechtbar. Es   gibt   aber   auch   Möglichkeiten,   statt   der   Ausschlagung   seine   Haftung   auf   den   Nachlass   zu beschränken. Wie ist das mit der Erbschaftssteuer? Im   Todesfall   wird   das   Finanzamt   in   der   Regel   vom   Nachlassgericht   und   den   Banken   informiert. Das   Finanzamt   fordert   dann   die   Erbschaftssteuer.   Aber   es   gibt   für   die   Erben   auch   Freibeträge. Hier    gilt:    Je    enger    die    Verwandtschaft,    desto    geringer    die    Steuer.    Ein    Ehegatte    oder eingetragener     Lebenspartner     erbt     dabei     500.000     €     steuerfrei,     Kinder     400.000     €, Unverheiratete,     Geschwister     oder     Bekannte     jedoch     nur     20.000     €.     Alles     darüber hinausgehende muss versteuert werden. Wenn    man    sich    auf    dem    schwierigen    Gebiet    des    Erbrechts    unsicher    ist    oder    es    zu Streitigkeiten kommt, sollte man anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.
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