Fachanwältin für Erbrecht Frau Dr. Dörr informiert Sie zum Thema Enterbung ENTERBT - WAS TUN? Wann bin ich überhaupt enterbt?  Wenn   der   Erblasser   gesetzliche   Erben   von   der   Erbfolge   ausschließt,   sind   diese   enterbt, zum    Beispiel    durch    ein    Testament    oder    einen    Erbvertrag.    Ein    Mitspracherecht    beim Nachlass    gibt    es    für    die    Enterbten    nicht.    Beispielsweise    werden    bei    einem    Berliner Testament   durch   das   Einsetzen   des   Ehepartners   als   Alleinerben   automatisch   die   Kinder enterbt. Sie erben dann erst, wenn beide Elternteile verstorben sind. Bekomme ich als Enterbter überhaupt noch etwas? Wenn    Sie    enterbt    sind,    können    Sie    den    Pflichtteil    geltend    machen,    wenn    Sie    dazu berechtigt   sind.   Pflichtteilsberechtigt   sind   allerdings   nur   die   Abkömmlinge   des   Erblassers und der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner, unter Umständen auch die Eltern. Der   Pflichtteil   beträgt   die   Hälfte   Ihres   gesetzlichen   Erbteils.   Er   wird   in   Geld   ausgezahlt,   es besteht   deshalb   kein   Anspruch   des   Enterbten   auf   Gegenstände   aus   dem   Nachlass.   Der Pflichtteil   kann   dabei   nur   in   Ausnahmefällen   entzogen   werden,   z.   B.   bei   Verbrechen   des Pflichtteilsberechtigten. Wie komme ich zu meinem Pflichtteil? Sie   müssen   Ihren   Pflichtteil   selbst   geltend   machen,   er   wird   nicht   automatisch   ausgezahlt. Der   Erbe   muss   Ihnen   Auskunft   über   den   Bestand   des   Nachlasses   zum   Todeszeitpunkt   des Verstorbenen     erteilen     und     die     Nachlasswerte     ermitteln.     Außerdem     spielen     auch Schenkungen   des   Erblassers   an   die   Erben   oder   Dritte   eine   Rolle,   so   etwas   kann   unter Umständen   zur   Erbmasse   hinzugezählt   werden.   Anschließend   kann   man   die   Höhe   der Ansprüche   des   Enterbten   berechnen.   Bestehen   Zweifel   an   der   Richtigkeit   der   Angaben   des Erben   können   Sie   eine   eidesstattliche   Versicherung   von   ihm   verlangen.   Auch   kann   ein notarielles   Nachlassverzeichnis   verlangt   werden.   Beachten   sollte   man   noch   die   dreijährige Verjährungsfrist der Pflichtteilsansprüche. Was tun, wenn der Erbe sich weigert? Wenn   der   Erbe   außergerichtlich   keine   Auskünfte   erteilt   oder   keine   Werte   ermittelt   oder den   Pflichtteil   nicht   oder   nicht   ganz   auszahlt,   kann   Klage   erhoben   werden.   Wenn   der   Erbe dann   vom   Gericht   verurteilt   wird   den   beantragten   Pflichtteil   auszubezahlen,   so   muss   er am Ende auch die Prozesskosten tragen. Dieser   Rechtstipp   dient   nur   einer   ersten   Information   und   kann   eine   individuelle   Beratung oder Vertretung nicht ersetzen. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an Frau Dr. Dörr.
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Müller-Dülfer & Dr. Dörr Rechtsanwälte und Steuerberater PartGmbB

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